Bericht: Gesundheitskosten stark gestiegen

Der Budgetdienst des österreichischen Parlaments hat kürzlich einen Bericht zur Entwicklung der Gesundheitsausgaben veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass die Gesundheitskosten zwischen 2015 und 2024 um 60 % gestiegen sind. Zum Vergleich: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im selben Zeitraum um 44,4 %, die Verbraucherpreise um 33,9 %. Bereits 2015 entfielen rund 15 % der gesamten Staatsausgaben auf die öffentlichen Gesundheitsausgaben. Damit sind die Gesundheitskosten ein wesentlicher Faktor für den öffentlichen Haushalt.

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Besonders deutlich fällt der Anstieg bei den öffentlichen Gesundheitsausgaben aus. Diese erhöhten sich um 64,9 %, während die privaten Gesundheitsausgaben um 46,3 % zunahmen. Die Gesundheitsausgaben pro Kopf stiegen von 3.778 Euro im Jahr 2015 auf 5.682 Euro im Jahr 2024.

Ausgabenbereiche

Obwohl die Anzahl der stationären Aufenthalte seit 2015 um fast 21% zurückgegangen ist, schlagen die Kosten für die stationäre Versorgung mit einem Plus von 53,4% zu Buche. 2024 entfielen rund 37 % der laufenden Gesundheitsausgaben auf diesen Bereich.

Rund 10 % der Gesamtausgaben entfielen auf die spitalsambulante Versorgung. In diesem Sektor stiegen die Ausgaben zwischen 2015 und 2024 besonders stark – um 143,5 %. Damit verzeichnete die spitalsambulante Versorgung zwar ein erhebliches Kostenwachstum, allerdings ausgehend von einem vergleichsweise niedrigerem Ausgangsniveau.

Auch in der niedergelassenen Versorgung und bei medizinischen Gütern sind die Ausgaben deutlich gestiegen. Die Kosten der niedergelassenen Versorgung erhöhten sich um 63 %, jene für medizinische Güter um 61,5 %.

Bei den Ausgaben für Prävention kam es während der COVID-19-Pandemie zu einem deutlichen Anstieg. Im Jahr 2024 machten sie wieder rund 3 % der laufenden Gesundheitsausgaben aus. Gegenüber 2015 entspricht dies dennoch einem Anstieg von 71,4 %. Dieser ist insbesondere auf höhere Verwaltungsausgaben sowie gestiegene Ausgaben für Hilfeleistungen, etwa im Rettungswesen, zurückzuführen.

Als ein wesentlicher Faktor für die steigenden Gesundheitskosten gilt auch die Alterung der Bevölkerung. Während 2015 rund 24 % der österreichischen Bevölkerung 60 Jahre oder älter waren, lag dieser Anteil 2024 bereits bei 27 %.

Kostenträger

Auch bei den Kostenträgern zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen. Die laufenden Gesundheitsausgaben von Bund, Ländern und Gemeinden stiegen zwischen 2015 und 2024 um 77,4 % und damit stärker als jene der Sozialversicherung, die um 62 % zunahmen. Den stärksten Anstieg verzeichneten freiwillige Systeme der Gesundheitsfinanzierung, etwa private Krankenversicherungen. Hier erhöhten sich die Ausgaben um 84 %.

Die Steigerung der Gesundheitsausgaben, die von privaten Haushalten getragen wurden, lagen hingegen unterhalb der BIP-Entwicklung bzw. nahe an der Steigerung der Verpraucherpreise. Private Haushalte zahlten 2024 um 33,4 % mehr als noch 2015 - beispielsweise für Zahnarztleistungen oder rezeptfreie Arzneimittel, die nicht von der gesetzlichen oder privaten Krankenkasse übernommen wurden.

Zuständigkeit und Finanzierung

Das österreichische Gesundheitssystem ist durch eine zersplitterte Verteilung von Planung, Steuerung und Finanzierung auf Bund, Länder und Sozialversicherung geprägt, wodurch insbesondere zwischen niedergelassenem Bereich und Krankenanstalten unterschiedliche Zuständigkeiten und finanzielle Anreize entstehen. Daher führen Verschiebungen von Leistungen zwischen niedergelassenem und stationärem Bereich nicht automatisch zu einer entsprechenden Verschiebung der Finanzierungslasten.

Interessant ist hier der Anstieg der Ausgaben für die spitalsambulante Versorgung, den die Bundesländer als Träger zahlreicher Krankenanstalten seit Jahren kritisch hervorheben. Als eine Ursache sehen sie die Finanzierungsstruktur. Denn während die Sozialversicherung für die Krankenanstalten einen gedeckelten Fixbeitrag leistet, trägt sie die Finanzierung des niedergelassenen Bereichs weitgehend selbst. Aus Sicht der Länder kann dies dazu führen, dass die niedergelassene Versorgung nicht ausreichend ausgebaut wird und Patienten vermehrt auf die teurere Spitalsversorgung ausweichen. Die Reformpartnerschaft vom 30. Juni 2026 greift diese Problematik grundsätzlich auf und strebt eine stärkere Abstimmung von Planung, Steuerung und Finanzierung an.

Quelle

Bericht Budgetdienst des Österreichischen Parlaments
Statistik Austria - Demographie