eHealth: Geld soll bei Patientenbetreuung ankommen

Deutschland investiert mit rund 538 Milliarden Euro jährlich sehr viel in sein Gesundheitssystem, erzielt dafür jedoch vergleichsweise geringe Ergebnisse: Die Lebenserwartung liegt unter dem westeuropäischen Durchschnitt, Krankenkassen und Kliniken sind finanziell stark belastet, und drei Viertel der Krankenhäuser schreiben Verluste. Ein zentraler Grund dafür ist die fragmentierte digitale Infrastruktur mit mangelnder Interoperabilität, Insellösungen und hohem administrativem Aufwand, der wertvolle Zeit von Patientinnen und Patienten bindet.

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Zwar gibt es Fortschritte durch Standards wie FHIR (Fast Healthcare Interoperability Resources), ISiK (Informationstechnische Systeme in Krankenhäusern) und MIOs (Medizinische Informationsobjekte) sowie eine wachsende Akzeptanz von KI und Präzisionsmedizin, doch fehlen häufig passende Vergütungsmodelle und die nötige Infrastruktur für eine breite Umsetzung. Hilfe könnte hier der Krankenhaustransformationsfonds bringen, der für die Modernisierung von Krankenhausstrukturen gedacht ist.

Krankenhaustransformationsfonds

Der geplante Krankenhaustransformationsfonds mit bis zu 50 Milliarden Euro (2026–2035) gilt als zentraler Hebel, um Modernisierung, Spezialisierung, Telemedizin und die elektronische Patientenakte voranzubringen. Entscheidend ist, dass die Mittel nicht nur für Bauprojekte, sondern gezielt für interoperable, skalierbare digitale Plattformen eingesetzt werden. Der Transformationsfonds schließt telemedizinische Netzwerke und robotische Telechirurgie mit ein. Für Anwendungen wie die elektronische Patientenakte, das E-Rezept und das Automatisieren von Prozessen wird von Studien  ein Milliardenpotential prognostiziert.

Priorität sollten zudem Health-Security-Aspekte wie Cyberresilienz, krisenfeste Systeme und sektorübergreifende Lageplattformen haben. Telemedizin, KI-gestützte Diagnostik und sichere, souveräne Cloud-Infrastrukturen können Versorgungslücken – besonders im ländlichen Raum – schließen und Effizienzgewinne ermöglichen. Vielversprechende Pilotprojekten sollen in die Fläche kommen. Der Transformationsfonds kann so zum Motor einer patientenzentrierten, digitalen und resilienten Gesundheitsversorgung werden, die Kosten senkt und wieder mehr Zeit für die eigentliche Behandlung schafft.

Quelle

EHEALTHCOM vom 14.01.2026