„Ich liebe es, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren und mich buchstäblich auf das Wesen einzulassen und in meinen Bildern zu wecken.“
Die künstlerische Technik Ai Quns ist die Tuschemalerei, die sie perfekt beherrscht. Diese Ausdrucksform basiert auf einer über 5000-jährigen chinesischen Tradition. Inhalt und Form dieser Werke offenbaren eine philosophische Aussage, wonach die äußere Form die Natur abbildet und ein innerer Gedanke die Empfindungen des Herzens wiedergeben soll. Das Streben nach Natürlichkeit, Gelassenheit und Stille ist das spürbare Anliegen von Ai Qun, dessen Wurzeln im Yin und Yang des Daoismus liegen. Gegensätze verbinden sich und schaffen ein Gleichgewicht der Komposition. Intuitiv setzt die Künstlerin die Pinselstriche um gezielt eine Wirkung, die nicht an der Oberfläche verhaftet bleibt, zu erzielen. Die spontane, zügige und dennoch eingebungsvolle Malweise lässt das Bild schnell entstehen und schafft eine harmonische Ausgewogenheit. „Denke ich erst nach, wo ein Pinselstrich hingehört, wird die Darstellung steif und undynamisch. Es geht nicht um Perfektion, sondern um Lebendigkeit. So werden meine Bilder zu Kurzgeschichten der Seele.“
Andreas Strohhammer
Kurator Wissenschaft und Kunst


